Dr. med. Albert Zapp

Aktuelles

Informationen zum Thema

Neue Influenza A/H1N1,genannt Schweinegrippe

Grundsätzliches

Die Vertrauenskrise-  Jeder Mensch ist in vielen Lebenssituationen ein Laie, angewiesen auf Expertenrat und gesellschaftliche Institutionen, denen er sein Vertrauen schenkt. Vertrauen ist ein zentrales, gesellschaftliches Bindemittel. Es basiert auf Klarheit und Verlässlichkeit, Konsistenz im Handeln und darauf, dass Erwartungen zuverlässig erfüllt  werden.

Doch die Aktionen der letzten Wochen waren ein Paradebeispiel dafür, wie Eliten das in sie gesetzte Vertrauen verspielt haben.

Selten war die Verunsicherung in der Bevölkerung größer als bei der Frage: Ist die Impfung zur Prävention der neuen Influenza A/H1N1 wirklich erforderlich, sinnvoll oder eher schädlich? Zwar haben zunächst die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und die Ständige Impfkommission Empfehlungen veröffentlicht. Manche  vage Formulierungen geben jedoch eher Rätsel auf, als dass sie für spezifische Situationen konkrete Handlungsanweisungen vorhalten. Zur weiteren Verunsicherung trägt bei, dass in der heiklen Situation einer angestrebten Massenimpfung nicht einmal führende Vertreter der Ärzteschaft „mit einer Zunge „sprechen. Während der Vizepräsident der Bundesärztekammer die Impfung „für absolut nicht notwendig“ hält, wirbt der Berufsverband der Kinder -und Jugendärzte eindringlich für das Impfen  von Kindern ab drei Jahren. Führende Mediziner äußern den Verdacht, die Gesundheitsbehörden seien auf  eine ökonomisch geleitete Kampagne der Pharmakonzerne hereingefallen, andere äußern den Verdacht, die für die Zulassung des Impfstoffs und für die Beratung der Öffentlichkeit verantwortlichen Institute stünden unter politischem Druck. Zu allem Übel verheddert sich die Politik in der Kommunikation zu unterschiedlichen Vakzineimpfpräparaten für Bundesbedienstete und die Bevölkerung, sodass der  (falsche ) Eindruck einer Zweiklassenimpfung entsteht.  Wen wundert es da, dass die Bereitschaft der Bevölkerung , sich gegen  die neue Influenza  impfen zu lassen, nicht sehr ausgeprägt ist.

Aktuelle Situation

Kaum infiziert, schon an der Beatmungsmaschine: Die Schweinegrippe gefährdet vor allem jüngere Patienten ( Medicale Tribune  23.10.09)

In Kanada landeten allein zwischen April und August diesen Jahres 168  Patienten wegen einer Infektion mit H1N1  auf der Intensivstation. Das Virus befiel hauptsächlich jüngere Menschen (Durchschnittsalter 32 Jahre ), mehr als zwei Drittel waren Frauen, davon 8%  Schwangere. Die meisten Patienten hatten wenige Tage vor der  Einlieferung erstmals Grippesymptome verspürt. Kaum in der Klinik angekommen, verschlechterte sich die Lungenfunktion derartig, dass sie beatmet werden mussten, einige entwickelten zusätzlich noch ein Multiorganversagen. Für 14,3 % kam jede Hilfe zu spät, sie verstarben innerhalb von 28 Tagen.

Auffälligerweise befällt die Neue Influenza in erster Linie relativ gesunde Menschen zwischen 10 und 60 Jahren.

Entscheidungshilfen für die Impfung - Wer sollte vordringlich geimpft werden ?

Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege, sowohl zum eigenen Schutz, als auch um nicht Infektionsträger zu sein.

Erwachsen und  Kinder ab sechs Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge Grundkrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, oder  bösartigen Erkrankungen, angeborene oder erworbene Immundefekte ( Immunsuppressive Therapie bei z. B. Rheuma Therapie, Chemotherapie )) und chronische Atemwegserkrankungen.

Schwangere und Kleinkindern rate ich von der Impfung wegen fehlender Datenlage bezüglich möglicher Nebenwirkungen strikt ab!

Welche Impfstoffe gibt es zur Zeit in Deutschland ?

Derzeit steht der Bevölkerung nur PANDEMRIX zur Verfügung. Von der EU zugelassen am 29.09.09,Herstellung auf Basis von Hühnereiern, konserviert durch Thiomersal, enthält ein Adjuvans. Wirkstoff : Spaltvirus

CELVAPAN von der EU zugelassen am 06.10.09,Herstellung auf Basis von Zellkulturen, ohne Konservierung, kein Adjuvans. Wirkstoff: Ganzvirus

PANENZA,Herstellung auf Basis von Hühnereiern, keine Konservierungsstoffe, kein Adjuvans, Wirkstoff: Spaltvirus

Wieviel Immunisierungen (Spritzen ) sind notwendig ?

Kinder von sechs Monaten an bis zu neun Jahren  erhalten  zwei halbe Erwachsenendosen im Abstand von mindestens drei Wochen.

Personen von 10 bis 60 Jahren einmalig eine Erwachsenendosis.

Erwachsene über 60 Jahre erhalten zwei Dosen im  Mindestabstand von drei Wochen.

Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen ?

Hautrötung, Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber

Soll bei rheumatischen Erkrankungen geimpft werden?

Grundsätzlich wird die Impfung von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie empfohlen. Die Impfung könne aber, wie bei anderen Autoimmunerkrankungen einen erneuten Schub auslösen.

Sollten Krebskranke geimpft werden ?

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie betont, dass die Impfung von Krebskranken zentraler Bestandteil der Infektionsprävention ist. Sowohl die jährliche Grippeimpfung als auch die Immunisierung gegen die Schweinegrippe werden auch bei immunsuppressiv behandelten Patienten ausdrücklich empfohlen. Darüber hinaus sollten auch die unmittelbaren Kontaktpersonen zu einer Impfung motiviert werden, um den Krebskranken zu schützen.

Können Patienten mit Hühnereiallergie geimpft werden?

Nein, für dieser Gruppe ist derzeit kein Impfstoff verfügbar.

Wird es im Winter zwei verschiedene Grippetypen nebeneinander geben ?

Ja, das Robert Koch Institut erwartet eine gleichzeitige Verbreitung der saisonalen Influenza und der neuen Grippe. Da die saisonale Grippe von anderen Virustypen ausgelöst wird, ist eine eigene Impfung erforderlich. Theoretisch könnte beides zeitgleich geimpft werden, zum Auseinanderhalten etwaiger Nebenwirkungen sollte ein Impfabstand von drei Wochen vorgenommen werden.

Wer haftet für Impfschäden ?

Der Geschädigte erhält Geld vom Landesversorgungsamt.

Persönliches Fazit

Ich kann die Impfung letztlich allen chronisch kranken Menschen nur empfehlen, die möglichen Nebenwirkungen scheinen mir überschaubar zu sein.

Gesunde Menschen müssen diese Entscheidung selbst treffen, sollten allerdings bedenken, dass das neue Virus gerade gesunde Menschen auch befallen kann.

Schwangeren und Kleinkindern rate ich von der Impfung ab.

Ich persönlich habe mich geimpft, zum einen,  um mich selbst zu schützen, zum anderen aber auch, um nicht andere anzustecken.

Fazit und persönliche Erfahrungen

Ich habe die Impfung bei mir angewandt  und gut vertragen. Einzig die Muskulatur um die Injektionsstelle schmerzte einige Tage.

Auch bei den bislang von mir geimpften Patienten traten keine nennenswerten Nebenwirkungen auf.

Ich kann daher diese Impfung nur allen empfehlen.

 

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